Warum ich Trance-Techniken im Coaching liebe

Es ist angenehm, in Trance zu sein. Und jede/r hat schon mal eine Form davon erlebt, wenn auch meist unbewusst. Doch wenn mein Gegenüber feststellt: „Du machst Hypnose?!“ wird oft mit einer Mischung aus Faszination und Misstrauen reagiert.

Wahrscheinlich aus der Befürchtung heraus, man müsste sich mir dabei ausliefern und ich würde dann – wie ein Show-Hypnotiseur – ungehindert über die Person und ihr Verhalten bestimmen.

Das hat jedoch herzlich wenig mit meiner Arbeitsweise als Hypnosystemischer Coach zu tun. Deshalb erzähle ich Dir heute, warum Trance-Techniken gut und sinnvoll sind und auch meine KlientInnen diese mögen.

Zitat Klientin nach Trance

Was ist eine Trance?

Eine hypnotische Trance ist vor allem ein Zustand tiefer Entspannung. Manchmal tritt dieser ganz von selbst im Alltag auf, wenn wir uns völlig auf EINE Sache konzentrieren: Wie früher im Kino, beim Lesen eines spannendes Buches oder wenn Du beim Scrollen durch soziale Netzwerke die Zeit vergisst: Dann nimmst Du für eine Weile fast nichts anderes mehr wahr.

Oder vielleicht warst Du beim Autofahren schon einmal so in Deine Gedanken vertieft, dass Du beim Ankommen etwas erschrocken warst (Schon da?!) und Dich auch gar nicht mehr an die Fahrtroute erinnern konntest? Auch das ist ein typisches Beispiel für eine Alltagstrance. Das Fahren hattest Du inzwischen an Deinen Autopiloten abgegeben.

Eine Trance an sich ist also ziemlich unspektakulär: Du bist hoch konzentriert und Deine Wahrnehmung ist deutlich eingeschränkt, aber Du bist wach und weiterhin frei entscheidungsfähig.

Und was bringt nun eine Trance im Coaching? Hier zwei typische Anwendungsfälle:

Der innere Kommentator

Hast Du auch eine Stimme im Kopf, die alles kommentiert? Die Dir unablässig sagt, was Du noch alles tun musst und wie „man“ etwas zu machen hat? Was sowieso „nicht geht“ oder „nichts bringt“? Eine Stimme, die Dich durch ihre ständigen Kommentare oder Kritik zum Beispiel davon abhält, mal etwas Neues auszuprobieren, Dich abzugrenzen oder Dein Verhalten zu ändern?

Dahinter steckt durchaus eine gute Absicht: Der älteste Teil unseres Gehirns stuft Neues immer erst einmal als „gefährlich“ ein. Deshalb versucht er, uns mit allen Mitteln davon abzuhalten, vom Bekannten abzuweichen. Auch, wenn es uns nervt! Hauptsache, wir begeben uns nicht leichtsinnig in Gefahr.

Endlose Gedankenschleifen

In besonders schwierigen Situationen können wir an nichts anderes mehr denken. Dann geraten wir in eine Art „Problemtrance“: Unsere Gedanken drehen sich die ganze Zeit nur noch um das Problem. Und selbst, wenn die Lösung vielleicht ganz nahe liegt, können wir sie einfach nicht wahrnehmen, weil unsere ganze Aufmerksamkeit auf das Problem gerichtet ist. Das ist dann wie bei der Wespe, die immer wieder gegen die Scheibe fliegt, obwohl der andere Fensterflügel sperrangelweit offen steht. Da hilft nur noch Unterstützung von außen: Jemand, der diese Gedankenschleife und damit die Fixierung auf das Problem unterbricht und den Fokus auf die Suche nach Lösungen lenkt (quasi die Wespe zum offenen Fenster hinaus scheucht).

Wozu Trance im Coaching genutzt wird

Mit Hilfe einer Trance können wir den Kommentator und die Gedankenschleifen in Dir für eine Weile abschalten. Dieser Effekt tritt ein, weil Du mit der Trance auf eine andere Ebene Deines Bewusstseins wechselst, auf der die vorherrschende Stellung des Verstandes und seine kritische Instanz eingeschränkt sind. Dafür wird Dein Unbewusstes direkt ansprechbar.

Dadurch bist Du offener für neue Sichtweisen und z.B. eher bereit, Dich schwierigen Fragen zu stellen, die Du sonst lieber verdrängst. In Trance beantwortest Du sie Dir selbst ganz ungefiltert, d.h., Deine Antwort wird nicht davon beeinflusst, was Du glaubst zu müssen oder (nicht) zu dürfen. Das hilft Dir, wichtige Entscheidungen wirklich so zu treffen, wie es Deinem eigenen Wollen entspricht, statt aus einer (empfundenen) Verpflichtung heraus anderen gegenüber.

Gemeinsam mit dem Coach kannst Du in Trance auch ganz unvoreingenommen nach den Ursachen und Lösungen für Probleme oder Verhaltensmuster suchen, die Dich beschäftigen, wie z.B. ein besseres Gewichtsmanagement. Dabei wirst Du Dir auch Deiner verfügbaren Ressourcen zur Problemlösung bewusst.

Erfolge allein durch Trance?

Grundlegende Veränderungen sind nicht allein mit Willenskraft zu bewältigen. Denn jedes noch so destruktive Verhalten hat einen ganz bestimmten Grund bzw. bringt einen erwünschten Effekt (wie z.B. Ablenkung, Trost bzw. ein angenehmeres Gefühl). Die Nutzung von lösungsorientierten Trance-Techniken im Coaching erleichtert es uns, diese Gründe und Effekte herauszufinden. An diesen arbeiten wir dann gezielt und ohne Bewertung. Dabei lenken wir Deinen Fokus auf Deine schon vorhandenen Ressourcen, mit deren Hilfe Du künftig anders damit umgehen kannst.

Allerdings ist da kein Schalter, den wir einfach umlegen. Erwarte also nicht, dass Du Dich nur ein einziges Mal hypnotisieren lassen brauchst und danach plötzlich Nichtraucher bist. Schlank wirst Du ja auch nicht von einem Tag auf den anderen.

Stattdessen erarbeiten wir u.a. gemeinsam

  • warum Du Dich bisher auf eine bestimmte Art verhalten hast (Rauchen)
  • welche Vorteile (z.B. Stresslinderung) Dir das gebracht hat und
  • wie Du diese/n Effekt/e künftig auf andere Weise erzielen könntest.

Es braucht also Deine Einsicht, Dein Umdenken und vor allem Deine konsequente Verhaltensänderung, um den gewünschten Erfolg zu erzielen.

Warum ich die Arbeit mit Trance liebe

Durch die Arbeit in Trance können wir die nötigen Prozesse jedoch ausgesprochen entspannt gestalten und trotzdem deutliche Verbesserungen erzielen. Deshalb liebe ich es so, Trance-Techniken im Coaching zu nutzen: Wir arbeiten in der Tiefe und erreichen damit tiefgreifende, bleibende Veränderungen. Du kannst also mit Hilfe einer Hypnosetherapie (= mehrere Sitzungen) tatsächlich erfolgreich abnehmen oder das Rauchen aufgeben.

Warum KlientInnen gern in Trance gehen

Das ungefilterte Wahrnehmen der eigenen Gedanken und Gefühle ermöglicht einen neutralen Blick auf die jeweilige Situation. Alles, was sich zeigt, kann wertfrei gefühlt, gedacht und besprochen werden – ohne die lästigen Kommentare und Bewertungen Deines Verstandes.

Dadurch verstehst Du Dich selbst sowie Deine tatsächlichen Bedürfnisse und Beweggründe für Dein Verhalten viel besser:

  • Das lässt Dich stimmige Antworten auf Deine Fragen finden.
  • Du verschaffst Dir die nötige Klarheit und damit eine gute Basis für wichtige Entscheidungen.
  • Außerdem kannst Du für Dich passende Problemlösungen entwickeln und
  • lästige/ungesunde Gewohnheiten verändern bzw. ablegen.

Und ein kleiner, aber schöner Nebeneffekt: Die meisten fühlen sich nach einer Trance noch Stunden später deutlich entspannter als sonst.

Trance-Coach Silke

Und Du?

Also: genügend Gründe, um Trance-Techniken zu lieben oder einmal auszuprobieren – findest Du nicht auch? Schreib mir gern Deine Meinung dazu in die Kommentare!

Du fragst Dich, ob das auch etwas für Dich wäre? Dann lass uns gern unverbindlich dazu miteinander ins Gespräch kommen (kostenfreien Termin buchen).

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